Der Grüne Star (Glaukom)

glaukom_1Der grüne Star (Glaukom) ist als eine erhöhte Belastung des Sehnerven zu verstehen, die sowohl durch einenerhöhten Augeninnendruck als auch durch eineverminderte Sehnervdurchblutung entstehen kann. Das Glaukom ist auch heute noch eine der häufigsten Erblindungsursachen.

 

Bei beiden Ursachen erleidet der Sehnerv über Jahre hinweg einen zunehmenden – schmerzlosen (!) – Faserverlust, der fatalerweise zunächst nicht bemerkt wird, da die Gesichtsfeldschäden des einen Auges zumeist vom anderen Auge kompensiert werden und bis auf den höchst schmerzhaften, akuten Glaukomanfall (Notfall !) zunächst keine Schmerzen auftreten.

Da der Faserverlust über Jahre hinweg zumeist schmerzfrei verläuft, bemerken die Patienten die Veränderungen im Gesichtsfeld (s.u.) erst, wenn beide Augen zunehmend geschädigt sind!

 

Zur Diagnose eines manifesten Glaukoms gehören neben erhöhten Augendruckwerten auch Veränderungen des Sehnerven und des Gesichtsfeldes!

hrt_1Fortschreitende Gesichtsfeldausfälle die von außen nach innen verlaufen, sind typische Anzeichen für die Entwicklung des Glaukoms. Die Veränderungen des Gesichtsfeldes werden von den Betroffenen meist am Anfang nicht bemerkt, da Sehausfälle eines Auges zumeist vom zweiten Auge kompensiert werden und anfangs das zentrale Sehvermögen noch nicht betroffen ist. Erst in späten Stadien bemerkt der Patient die Einengung des Gesichtsfeldes (‚Tunnelblick‘) oder die Auslöschung von Gesichtsfeldarealen.

 

Daher sollte mit dem Beginn einer Therapie möglichst nicht abgewartet werden, bis Gesichtsfelddefekte vorliegen, da diese erst auftreten, wenn weit mehr als die Hälfte der Sehnervfasern geschädigt sind. Ein möglichst frühzeitiges Erkennen eines sich entwickelnden Glaukoms ist daher das Ziel moderner Glaukomdiagnostik.
So gibt es Augen, die trotz höherer Druckwerte nie eine glaukomatöse Sehnervkonfiguration (sog. okuläre Hypertension) entwickeln, andere Augen zeigen auch bereits bei normalen Druckwerten eine pathologische Sehnervkonfiguration (sog. Normaldruck-/Niederdruckglaukom). Diese Veränderungen sind häufig mit anderen internistischen Erkrankungen (Blutfließfähigkeitsstörungen z. B. durch hohe Blutfette oder veränderte Gerinnungsparameter, hohen Blutdruck, Migräne, kalte Hände und Füße (M. Raynaud-Symtomatik) assoziiert.

Gefährdet für langfristige Sehnervschädigungen bei normalem Augendruck (‚Normaldruck-‚ oder ‚Niederdruckglaukompatienten‘) sind besonders Patienten mit Migräne und / oder kalten Händen und Füßen und Patienten mit deutlichem nächtlichen Abfall des Blutdruckes (sog. ‚dipper‚-Blutdruckveränderungen).

 

Daher sollte zur Beurteilung der Sehnervsituation auch möglichst eine Aussage über die bestehende Sehnervdurchblutung getroffen werden können. Neben der möglichen invasiven Messung mit einer intraokularen Messsonde im OP gibt es heute die Möglichkeit der nichtinvasiven Augendruckabtastung mit gleichzeitiger Erfassung der Sehnervdurchblutung mittels der PASCAL-Kontourtonometrie. Diese Messmethode kann insbesondere bei Normaldruckpatienten sinnvoll eingesetzt werden.

 

Durch eine gezielte Untersuchung der Sehnerven und der Messung des Augeninnendruckes ist es möglich, den Verlauf zu beeinflussen durch medikamentöse Behandlung den Druck des Auges zu senken, um so das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen oder im Idealfall aufzuhalten.

 

Das Ziel bei einer Behandlung ist daher zum einem eine deutliche Senkung des Augeninnen- druckes mittels Tropfen, einer schmerzlosen Laser-Augeninnenwasser-Abflussverbesserung (SLT, sog. ‚selektive Lasertrabekuloplastik‘) oder einer fistulierenden Operation.

Zum anderen sollten insbesondere bei Normaldruckglaukompatienten neben der Senkung des Augeninnendruckes allgemeinmedizinische Maßnahmen und Medikamente zur Verbesserung der Sehnervperfusion eingesetzt werden!

 

Der Augenarzt beurteilt den Augeninnendruck zu verschiedenen Tageszeiten, das Gesichtsfeld mit verschiedenen Messmethoden (zentrales Gesichtsfeld, frequenzgedoppeltesFlimmergesichtsfeld (FDT), Umfeldgesichtsfeld nach Goldmann, Blau-Gelb-Perimetrie) und das Maß der zentralen Sehnervaushöhlung (Excavation der Sehnervpapille) als Indikator für die Belastung des Sehnerven.

 

Zur modernen Diagnostik bei Verdacht auf Glaukom gehören daher neben der Prüfung der Sehschärfe die genaue applantorische Messung des Augeninnendruckes nach Goldmann in Kombination mit einer Messung derHornhautdicke, ggf. als Tagesdruckprofil mehrfach täglich, die Vermessung der Sehnervdurchblutung (okuläre Perfusion) mittels der PASCAL-Kontourtonometrie sowie eine umfassende Gesichtsfeld (zentrales Gesichtsfeld, zentrales frequenzgedoppeltes Flimmergesichtsfeld (FDT), blau-gelb-Gesichtsfeld, Goldmann Umgebungsgesichtsfeld) und Laser-Scanning-Sehnervvermessung(HRT, Heidelberg Retina Tomographie).

 

Alle o.g. therapeutischen Möglichkeiten modernster Glaukomdiagnostik werden in der privaten Augenarztpraxis im Gesundheitszentrum eins angeboten!

 

Neben der den Augendruck senkenden Tropfentherapie und einer internistisch orientierten Verbesserung der Sehnervdurchblutung bietet die Augenarztpraxis auch die Augeninnendrucksenkung mittels modernster Lasertechnik (SLT-Laser neuester Generation 2009) an!

 Glaukom Berlin